Sehr frühes Aufstehen und Transfer zum Flughafen. Abflug nach São Gabriel da Cachoeira. Nach Ankunft in São Gabriel da Cachoeira und Transfer vom nahegelegenen Flughafen in die Stadt. Einholen der Genehmigung zum Betreten der Indianergebiete. Danach Einschiffen. Der motorisierte Einbaum fährt zunächst, meisterlich gesteuert, durch die berüchtigten Stromschnellen von São Gabriel und danach zum Jungle Base Camp welches nach cirka 2 Stunden Fahrt erreicht wird. Im rustikal eingerichteten Camp wird in Hängematten geschlafen, die in einem mit Piaçaba Reet überdachten Raum aufgehangen sind. Dieser, sowie die „Kantine” und Meditationsraum liegen auf einem Felsen direkt am Ufer des Rio Negro. Diese Räumlichkeiten sind mit Moskitoschutzgittern ausgestattet. Das Essen wird auf einem Lehmofen und auf dem offenen Feuer bzw. Grill zubereitet. Direkt am Camp stehen eine Anzahl von Bäumen und Sträuchern mit allerlei typischen Früchten, an denen sich nicht nur die Aras, Papageien und viele Singvögel laben. Das Base Camp liegt auf einem cirka 20 ha großen Urwaldgrundstück. Am Nachmittag erfolgen hier die ersten Erkundungsgänge. Übernachtung im Base Camp.
Das für den weiteren Verlauf nicht benötigte Gepäck wird im Camp zurückgelassen. Abfahrt mit dem Einbaum Rio Negro abwärts und dann in den Curicuriari in Richtung der Indiosiedlung São Félix (circa 1½ Stunden). In der Siedlung heißen uns die Indios der Sprachgruppe Tukano willkommen. Nach einem Rundgang durch die Siedlung dem Übergeben von Geschenken, erleben wir eine Vorführung traditioneller Stammestänze und sind zu einem gemeinsamen Mittagsmahl eingeladen. Danach wollen wir weiter und fahren den Curicuriari noch ein gutes Stück flussaufwärts bevor wir ankern. Der Einbaum wird vertäut, Motor und Benzin versteckt und wir schlagen das Camp nach einem Fußmarsch von cirka 2 Stunden auf. Während des Trails werden wir möglicherweise auf Wildtiere stoßen. Heimisch sind hier u.a.
Boto (Flussdelfine), Faultiere, Capivara (Wasserschweine), Tapire, Riesenotter, Paka, Pekari, schwarze und braune Brüllaffen, Kapuzineraffen, Spinnenaffen
Zierfische, Piranhas, Pirarucú
Buschmeister, Lanzenotter, Erzspitznattern, Kaimane, Grüner Leguan
Pfeilgiftfrösche, Baumsteigerfrösche
Arraus
Theraposa leblondi (Vogelspinnen), Geißelspinnen, Latraodectus mactans (Schwarze Witwe), Loxoceles Phoneutria, Lycosas
Wieder frühes aufstehen. Unsere heutige Wanderung führt durch dichten Regenwald bis zum Fuße des „Dornröschen Gebirges”, so genannt wegen seiner Konturen die einer schlafenden weiblichen Gestalt gleichen. Hier schlagen wir unser Lager auf. Insgesamt werden wir cirka 4 Stunden unterwegs gewesen sein, immer mit genügend Rast und Zeit zum fotografieren und kurze, aber interessante, Entdeckungen zu machen. Während die Gruppe sich in den Hängematten ausruht bereiten die fleißigen Guides das Abendessen auf offenem Feuer. Beim Feuer sitzt man auch zusammen um den Geschichten zuzuhören die vom Urwald, von den Flüssen, den Menschen und den Tieren erzählen, wobei der mythische Flussdelphin und der gefährliche Jaguar nicht fehlen dürfen. Die Tiere des Waldes stimmen das Schlaflied an.
Den heutigen Tag kann man als eine Bergwanderung bezeichnen. Nach insgesamt 4 Stunden Aufstieg mit mehreren Pausen, da das Wandern bei der hohen Luftfeuchtigkeit, eventuell sogar Regen und auf schwierigen Boden, doch recht anstrengend sein kann, erreichen wir einen paradiesisch anmutenden Wasserfall der sich mitten im Jungle urplöztlich vor einem auftut. Wir sind direkt unter dem Gipfel der Bela Adormecida. Während der Wanderungen in kurz eingelegten Pausen oder auf Inkursionen ab dem Camp, erklären die Guides das eine oder andere Wunder des amazonensischen Regenwaldes. Übernachtung im Camp am Wasserfall (ist jedem 5-Sterne-Hotel vorzuziehen).
Wir halten uns den Tag auf der Bela Adormecida auf und erforschen in Muße Flora und Fauna des Bergregenwaldes. Die kundigen Indioführer sind uns dabei von großem Nutzen, denn Sie kennen den Wald wie sonst niemand. Sie zeigen uns einige der vielen Nutz- und Medizinalpflanzen, erklären die Interaktion der Arten, machen auf Waldtiere und Ihre Spuren aufmerksam, zeigen wie man ohne Werkzeuge Notunterkünfte in Minuten errichtet uvm. Da man am Wasserfall herrlich baden kann, ist auch für Spaß und Erfrischung gesorgt.
Der Abstieg zum Ausgangspunkt unserer Wanderung durch den Bergregenwald dauert cirka 4 Stunden. Am Fuß der Bergkette angelangt schlagen wir wieder das Camp auf und benützen die verbleibende Zeit bis zum Dunkelwerden um die hier heimische Pflanzen- und Tierwelt zu beobachten und zu fotografieren. Wir will kann sich aber einfach nur in seine Hängematte verkriechen und sich von der Wanderung ausruhen.
Die heutige Wanderung führt durch Tieflandregenwald zurück zu unserem sicher vertäuten Einbaum, den wir nach cirka 2 Stunden erreichen. Das Kanu wird flottgemacht und wir fahren in Richtung São Félix und den Rio Curicuriari verlassend weiter bis wir das Jungle Base Camp erreichen. Hier richten wir uns für die nächsten 2 Tage häuslich ein. Die Zeit wird verbracht mit Baden im Rio Negro, Angeln mit unseren Guides, vielleicht sogar einen Matrinchã, einem Amazonas „Lachs”, der noch jedes Mahl zum lukullischen Genuss werden lässt. Andere Fischarten sind der Tambaqui oder der Riesenwels Tucunaré. Sie sollten versuchen, es den Guides nachzumachen und die Fische mit der Machete „angeln”. Hoch interessant zu beobachten ist auch die traditionelle Zubereitung der Maniokwurzel, der Hauptnahrung der Indianer d.h. eigentlich aller Brasilianer. Abends sitzen alle gemütlich beim Lagerfeuer zusammen und tauschen Gedanken und Erfahrungen aus die auf dieser oder anderen Touren gesammelt wurden. Es werden Freundschaften geschlossen.
Aufenthalt im Jungle Base Camp mit Aktivitäten wie oben beschrieben.
Vormittags Rückfahrt nach São Gabriel da Cachoeira. Ein „richtiges” Hotel bzw. Pousada, mit komfortablen Unterkünften, erwartet die Gruppe. Bei einem eisgekühlten Caipirinha erholen wir uns zunächst von den „Strapazen und Entbehrungen” in der Wildnis und schlafen in komfortablen Unterkünften. Vorher lernen wir noch die alte Grenzerstadt auf einem Rundgang kennen. São Gabriel de Cachoeira war Mitte des 19. Jahrhunderts nichts weiter als eine der vielen portugiesischen Urwaldfestungen und bestand aus einem Dorf und einem Dutzend Soldatenunterkünften. Mittelpunkt war die strohgedeckte Kirche von 1750, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts Sitz der Salesianermission ist. Ansonsten unterhalten hier das brasilianische Heer und die Luftwaffe ihr Urwaldregiment, das die Grenzen zu Venezuela und Kolumbien sichern soll. Außerdem ist hier die Bundespolizei stationiert, die dem regen Drogen- und Waffenschmuggel der Region auf der Spur ist. Zum Abendessen genießen wir ein solides Pfeffersteak à la maison, oder Ähnliches, im besten Restaurant des Städtchen.
Transfer zum Flughafen für Rückflug in die Heimat via Manaus und São Paulo.