Laut einer aktuellen Studie der in Rio de Janeiro ansäßigen NGO Fase, konzentrieren sich Brasiliens sozioökologischen Probleme vorwiegend im Amazonasgebiet. Das Dokument enthüllt Verletzungen der Menschenrechte, so wie wirtschaftliche, soziale, kulturelle und umweltspezifische Konflikte in allen brasilianischen Bundesstaaten im Amazonasraum, und dort insbesondere beim ewigen Schwarzen Peter der Großregion, dem Bundesstaat Pará.
Eine Anzahl unterschiedlicher Konfliktfelder ergeben sich aus illegalem Holzeinschlages, bei Bergbau, Viehwirtschaft, landwirtschaftlicher Kultivierung großflächiger Monokulturen (besonders Soja und Reis), Brandrodung, illegalem Fischfang und Wilderei, Verschmutzung und Beschränkungen der Nutzung von Wasser. Insbesondere die Ordnung der Besitzverhältnisse und die Landplanung bereiten Probleme.
Invasionen, Enteignungen und Landstreitigkeiten die zu illegaler Landbesetzung führen, Vertreibung von Familien und illegaler Landerwerb- und Verkauf, Konflikte zwischen einzelnen Siedlungen, fehlende oder unklare Abgrenzung von Ländereien, Ansiedlungen von Landlosen, Schutzgebiete, und die Demarkierung oder Anerkennung indigener Regionen und Gebieten in denen die Nachkommen entflohener Sklaven leben, führen in den Gemeinschaften in Amazonien zu einem schnell fortschreitendem Verfall der Grundlagen der traditionellen Lebensweisen in der Region. Effiziente Maßnahmen fehlen auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene.
Die von der FASE in Zusammenarbeit mit Abong/Amazonia nun veröffentlichte Studie soll diese Probleme in transparenter Form der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.