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Sozioökologische Situation in Amazonien ist kritisch

15. Juli 2006


Laut einer aktuellen Studie der in Rio de Janeiro ansäßigen NGO Fase, kon­zen­trie­ren sich Brasiliens sozioökologischen Probleme vor­wiegend im Ama­zonas­gebiet. Das Dokument enthüllt Ver­let­zungen der Men­schen­rechte, so wie wirt­schaft­liche, soziale, kulturelle und umwelt­spezi­fische Kon­flikte in allen brasil­iani­schen Bundes­staaten im Amazonas­raum, und dort ins­beson­dere beim ewigen Schwarzen Peter der Groß­region, dem Bundesstaat Pará.

Eine Anzahl unter­schied­licher Kon­flikt­felder ergeben sich aus ille­galem Holz­ein­schlages, bei Berg­bau, Vieh­wirt­schaft, land­wirt­schaft­licher Kulti­vierung groß­flächiger Mono­kul­turen (besonders Soja und Reis), Brand­rodung, ille­galem Fisch­fang und Wilde­rei, Ver­schmut­zung und Be­schrän­kungen der Nutzung von Wasser. Insbesondere die Ordnung der Besitz­ver­hält­nisse und die Land­planung bereiten Probleme.

Invasionen, Enteignungen und Land­strei­tig­keiten die zu ille­galer Land­beset­zung führen, Ver­trei­bung von Familien und ille­galer Land­er­werb- und Ver­kauf, Kon­flik­te zwischen ein­zelnen Sied­lungen, feh­lende oder un­klare Ab­gren­zung von Lände­reien, An­sied­lungen von Land­losen, Schutz­gebiete, und die Demar­kierung oder An­erken­nung indigener Re­gio­nen und Ge­bieten in denen die Nach­kommen ent­flohener Sklaven leben, führen in den Gemein­schaf­ten in Ama­zonien zu einem schnell fort­schrei­tendem Ver­fall der Grund­lagen der tradi­tionel­len Lebens­weisen in der Region. Effi­ziente Maß­nahmen fehlen auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene.

Die von der FASE in Zu­sam­men­arbeit mit Abong/Ama­zonia nun ver­öf­fent­lichte Stu­die soll diese Pro­bleme in trans­paren­ter Form der breiten Öffent­lich­keit zu­gänglich machen.