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Klimawandel und Folgen für Brasilien

2. Dezember 2010


Dass das Klima bereits seit einiger Zeit ausser Kon­trolle geraten ist, zeigt sich welt­weit an Über­schwem­mungen, extrem harten Wintern, Hitze­wellen und immer stärkeren Orkanen. Laut einer gestern ver­öffent­lichten Prognose der Welt­organi­sation für Metereo­logie (WMO) werden diese Phäno­mene öfter in den kommenden Jahr­zehnten zu erwarten sein. 2010 war schon das heißeste Jahr seit Beginn der Mes­sungen, die nächsten sollen das Thermometer weiter steigen lassen. Ghassam Asrar, Direktor des Weltklima Forschungsprogramms (WCRP) der WMO bat nun die Länder auf der 16. Klima­konferenz im mexi­kanischen Cancún, ihre Infra­struktur so weit zu ver­bessern, dass sie gegen extreme Wetter­bedingungen gewappnet sind.

Die britische Beratungs­firma Maple­croft stellte im Oktober ein Ranking der durch den Klima­wandel ver­letzt­lichsten Länder auf, bei dem Brasilien an 81. Stelle von 170 mit der Ein­stufung "hohes Risiko" erschien. Matthew Bunce, einer der Forscher der Studie, warnte vor beme­rkens­werten Ver­ände­rungen der klima­tischen Parameter Brasiliens wie Nieder­schlags­menge, Temperatur und Luft­feuchtig­keit in den kommenden 30 Jahren. Demnach sind die östlichen Regionen des Landes stärker von den Risiken des Klima­wandels betroffen und für Über­schwem­mungen und Dürren anfällig. Extreme Ver­ände­rungen werden zwar nur für etwa 30% des brasil­ianischen Terri­toriums voraus­gesehen, jedoch leben in eben dieser Region große Teile der Bevöl­kerung. Das Brasil­ianische Institut für Welt­raum­forschung (INPE) hat bereits seine vor drei Jahren abgegebenen Prognosen zum Klima­wandel korrigieren müssen. Der vorge­sehene Tempe­ratur­anstieg bis 2010 um bis zu 4 Grad Celsius in Amazonien wurde auf 5 Grad Celsius in der Region Norden erhöht, während im Süden die Thermo­meter nur bis zu 3 Grad Celsius steigen werden.

Klimatologe José Marengo vom INPE erklärte nun, die Durch­schnitts­temperatur würde bis 2050 um mehr als drei Grad Celsius in großen Teilen Brasiliens steigen und damit eine Reihe von Verän­derungen auslösen. Die Caatinga würde sich in eine Wüste verwandeln, der Amazonas-Regen­wald weiter zurück­gehen und schwere Dürren durchmachen, bei denen diverse Arten aus­sterben würden. Im Süden dagegen würde sich die Nieder­schlags­menge erhöhen und die Städte mit Über­schwem­mungen und Erd­rutschen bedrohen.