Von Jägern erlegte Kaimane, die als Köder dienen sollten
(Foto: Marina de Brito/Instituto Mamirauá)
Laut Informationen des brasilianischen Umweltamtes IBAMA bezahlen kolumbianische Fischer brasilianische Jäger im westlichen Amazonien für die Erlegung von Flussdelphinen und Kaimanen, die als Köder für den illegalen Fang von Piracatingas (Calophysus macropterus), einer Art von Welsen, dienen sollen. Es ist bislang unbekannt, wie viele Tiere insgesamt dadurch pro Jahr sterben, da der größte Teil der Fische nach Kolumbien geschmuggelt wird.
Biologen und Umweltschützer warnen vor dem Risiko für die Bestände der Flussdelphine und Kaimane. Sie schätzen, dass die Fischer mit einem ausgewachsenen Kaiman als Köder etwa 1,5 Tonnen Welse fangen und circa 300 kg mit dem Fleisch eines aus…gewachsenen Flussdelphins. Die letzteren sind dabei besonders bedroht laut Vera Silva, der Koordenatorin des Flussdelphinprojekts des Inpa (Nationalen Forschungsinstitut Amazoniens):.“Die Flussdelphine werden 35 bis 40 Jahre alt, aber erreichen erst spät die Geschlechtsreife. Die Weibchen gebären jeweils nur ein Junges nach einer Tragzeit von 11 bis 12 Monaten.“ Ein unkontrollierter Eingriff in die Natur der Flussdelphine kann so schnell zu einer drastischen Reduzierung der Art führen.
Um die Welse zu ködern, schneiden die Jäger den Flussdelphinen und Kaimanen die Köpfe, Flossen bzw. Beine und Schwänze ab und nutzen nur die Körper ohne Eingeweide. Der Piracatinga ist ein Aas…fresser und bekannt als „Wassergeier“.
Der brasilianische Fischer verdient umgerechnet € 0,30 pro in Amazonien verkauften Kilo Wels. In Kolumbien, wo er Mota genannt wird, kostet der Wels rund € 6,30 pro Kilo. Laut Umweltamt werden die Kaimane und Flussdelphine nachts gefangen, um Kontrollen zu entgehen. Das Massenschlachten passiert in den Flüssen Içá, Japurá und Juruá, Zuflüssen des Rio Solimões, an der Grenze zu Kolumbien.