Amazon Tours and Expeditions in Brazil

Als Köder genutzte Kaimane Von Jägern erlegte Kaimane, die als Köder dienen sollten (Foto: Marina de Brito/Instituto Mamirauá)

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Brasilianisches Umweltamt IBAMA klagt an: Erlegte Kaimane und Flussdelphine dienen als Köder für illegalen Fischfang in Amazonien

2. Juni 2008


Laut Informationen des brasil­iani­schen Umwelt­amtes IBAMA bezahlen kolum­biani­sche Fischer brasil­iani­sche Jäger im west­lichen Amazonien für die Er­legung von Fluss­del­phi­nen und Kai­manen, die als Köder für den ille­galen Fang von Pira­catin­gas (Calophysus macropterus), einer Art von Welsen, dienen sollen. Es ist bislang unbekannt, wie viele Tiere insgesamt dadurch pro Jahr sterben, da der größte Teil der Fische nach Kolumbien geschmuggelt wird.

Biologen und Umweltschützer warnen vor dem Risiko für die Bestände der Fluss­delphine und Kaimane. Sie schätzen, dass die Fischer mit einem aus­gewach­senen Kaiman als Köder etwa 1,5 Tonnen Welse fangen und circa 300 kg mit dem Fleisch eines aus…ge­wach­senen Fluss­delphins. Die letzteren sind dabei besonders bedroht laut Vera Silva, der Ko­ordena­torin des Fluss­del­phin­pro­jekts des Inpa (Natio­nalen For­schungs­insti­tut Ama­zoni­ens):.“Die Fluss­del­phine werden 35 bis 40 Jahre alt, aber er­rei­chen erst spät die Ge­schlechts­reife. Die Weibchen gebären jeweils nur ein Junges nach einer Trag­zeit von 11 bis 12 Monaten.“ Ein un­kontrol­lierter Ein­griff in die Natur der Fluss­delphine kann so schnell zu einer dras­tischen Redu­zierung der Art führen.

Um die Welse zu ködern, schneiden die Jäger den Fluss­delphinen und Kaimanen die Köpfe, Flossen bzw. Beine und Schwänze ab und nutzen nur die Körper ohne Ein­geweide. Der Pira­ca­tinga ist ein Aas…fres­ser und bekannt als „Wassergeier“.

Der brasilianische Fischer verdient um­gerech­net € 0,30 pro in Ama­zonien ver­kauften Kilo Wels. In Kolumbien, wo er Mota genannt wird, kostet der Wels rund € 6,30 pro Kilo. Laut Umweltamt werden die Kaimane und Fluss­delphine nachts gefangen, um Kon­trol­len zu entgehen. Das Massen­schlach­ten passiert in den Flüssen Içá, Japurá und Juruá, Zu­flüs­sen des Rio Solimões, an der Grenze zu Kolumbien.