Die Gouverneure der Bundesstaaten in Amazonien erklärten heute auf einem Treffen mit dem brasilianischen Umweltminister Carlos Minc in Cuiabá, Mato Grosso, dass Ausländer Kleinbauern und Großgrundbesitzer der Region dafür bezahlen sollten, dass diese den Wald erhalten. Ivo Cassol aus Rondônia schlug etwa einen Aufpreis von 20% auf die Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 für Ausländer vor, die in einen Umwelt-Fond eingezahlt werden sollten.
Unter den Gouverneuren Amazoniens begrüßte auch Blairo Maggi aus Mato Grosso Minc, der ihn, einen der größten Soja-Anbauer der Welt, noch vor kurzem beschuldigt hatte, selbst noch in den Anden Soja pflanzen zu wollen. Nun will Minc „ökologischen Frieden“ mit Maggi schließen und Partnerschaften eingehen. Die Politiker sprachen sich dafür aus, dass die Bauern finanziell entschädigt werden müssten, wenn sie der Umwelt-Dienste leisten würden, indem sie die Abholzungen und damit auch den Ausbau neuer Agrarflächen unterlassen würden. Dies sei eine Form, wirtschaftliches Wachstum mit ökologischer Nachhaltigkeit zu verbinden.
Die Erklärungen wurden auf dem 14. Katoomba-Meeting abgegeben, einem internationalen Treffen von Politikern, Forschern und Umweltschützern, die noch bis morgen die Einführung von Marktinstrumenten zur Minderung des Kahlschlags und der Emission von Treibhausgasen diskutieren werden. Ein wichtiges neues Instrument, zusammengefasst unter der Abkürzung REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation – Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern), besteht dabei aus einer ganzen Reihe von Vorschlägen, die letztendlich darauf aus sind, einen völkerrechtlichen Rahmen zu schaffen, in dem mit internationalen Mitteln Amazonien für den Schutz seiner Wälder finanziell entschädigt wird. Mit diesen Geldern könnten nicht nur bereits abgeholzte Flächen wieder bewaldet, sondern auch intakte Regionen erhalten bleiben.
Der REDD Mechanismus, sei nach Maggi genau das, was Mato Grosso brauche. Um die Umwelt nicht zu schädigen, müsse sie etwas wert sein. Auch der Gouverneur vom Bundesstaat Amazonas, Eduardo Braga, meinte, die reichen Länder sollten den Erhalt der Wälder finanzieren, da sie schließlich die Hauptverantwortlichen für die Emissionen seien. Umweltminister Minc verkündete, ab Mai diesen Jahres Projekte zum Schutz und zur Wiederaufforstung bestimmter Regionen Amazoniens zu starten, die aus dem 2007 begründeten Amazonas-Fonds finanziert werden. Der Fond allerdings erhielt bisher nur eine einzige Spende, US$ 130 Millionen aus Norwegen.