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Bauern in Amazonien sollten von Ausländern bezahlt werden statt den Wald abzuholzen

3. April 2009


Die Gouverneure der Bundes­staaten in Ama­zo­nien er­klär­ten heute auf einem Tref­fen mit dem bra­silia­nischen Um­welt­minis­ter Carlos Minc in Cuiabá, Mato Grosso, dass Aus­län­der Klein­bauern und Groß­grund­besit­zer der Region dafür be­zahlen sol­lten, dass diese den Wald erhalten. Ivo Cassol aus Rondônia schlug etwa einen Aufpreis von 20% auf die Ein­tritts­karten für die Fuß­ball-Welt­meister­schaft 2014 für Aus­länder vor, die in einen Umwelt-Fond eingezahlt werden sollten.

Unter den Gouverneuren Amazo­niens begrüßte auch Blairo Maggi aus Mato Grosso Minc, der ihn, einen der größten Soja-Anbauer der Welt, noch vor kurzem beschul­digt hatte, selbst noch in den Anden Soja pflanzen zu wollen. Nun will Minc „öko­logi­schen Frieden“ mit Maggi schlie­ßen und Partner­schaften eingehen. Die Poli­tiker sprachen sich dafür aus, dass die Bauern finanziell ent­schädigt werden müssten, wenn sie der Umwelt-Dienste leisten würden, indem sie die Ab­hol­zungen und damit auch den Ausbau neuer Agrar­flächen unter­lassen würden. Dies sei eine Form, wirt­schaft­liches Wachstum mit öko­logi­scher Nach­haltig­keit zu verbinden.

Die Erklärungen wurden auf dem 14. Katoomba-Meeting abgegeben, einem inter­natio­nalen Treffen von Poli­tikern, Forschern und Umwelt­schüt­zern, die noch bis morgen die Ein­führung von Markt­instru­menten zur Min­derung des Kahl­schlags und der Emission von Treib­haus­gasen disku­tieren werden. Ein wichtiges neues Ins­tru­ment, zu­sam­men­gefasst unter der Abkürzung REDD (Reducing Emissions from Defores­tation and Degra­dation – Redu­zierung der Emis­sionen aus Ent­waldung und Schädi­gung von Wäldern), besteht dabei aus einer ganzen Reihe von Vor­schlägen, die letzt­endlich darauf aus sind, einen völker­recht­lichen Rahmen zu schaffen, in dem mit inter­natio­nalen Mitteln Ama­zonien für den Schutz seiner Wälder finan­ziell ent­schädigt wird. Mit diesen Geldern könnten nicht nur bereits abge­holzte Flächen wieder bewaldet, sondern auch intakte Regionen erhalten bleiben.

Der REDD Mechanismus, sei nach Maggi genau das, was Mato Grosso brauche. Um die Umwelt nicht zu schädigen, müsse sie etwas wert sein. Auch der Gouver­neur vom Bundes­staat Amazonas, Eduardo Braga, meinte, die reichen Länder sollten den Erhalt der Wälder finan­zieren, da sie schließlich die Haupt­verant­wort­lichen für die Emis­sionen seien. Umwelt­minister Minc verkündete, ab Mai diesen Jahres Pro­jekte zum Schutz und zur Wieder­auf­fors­tung bestimmter Regionen Amazoniens zu starten, die aus dem 2007 begründeten Amazonas-Fonds finan­ziert werden. Der Fond allerdings erhielt bisher nur eine einzige Spende, US$ 130 Millionen aus Norwegen.