Die Flüsse Rio Negro und Solimões steigen langsam wieder an, nachdem am 24. Oktober der Pegel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1902 gefallen war. Mit 13,63 Metern lag der Rio Negro sogar unter der bisherigen Negativ-Rekordmarke von 13,64 Metern im Jahr 1963. Mit dem heutigen Wasserstand des Rio Negro von 14,06 Metern bei Manaus und weiteren gestiegenen Flüssen in der Nähe der besonders betroffenen Regionen der Orte Tabatinga, Careiro da Várzea, Parintins, Itaupeua und Coari, scheint die bisher größte Dürre der Geschichte Amazoniens überstanden zu sein. Ihr sicheres Ende kann jedoch nach Angaben des Geologischen Dienstes Brasiliens (CPRM) noch nicht erklärt werden. Laut Zivilschutz haben 40 Gemeinden den Notstand ausgerufen, in denen über 62.000 Familien von der Außenwelt abgeschnitten waren und teilweise noch sind. Alarmbereitschaft besteht weiter.
Insgesamt 115 Regionen werden vom CPRM im Bundesstaat Amazonas überwacht, von denen 20 an den wichtigsten Flussbetten liegen. Die Messungen an abgelegenen Orten werden seit 2006 wöchentlich von eigens dazu trainierten sogenannten hydrographischen Beobachtern vorgenommen und die Werte telefonisch nach Manaus durchgegeben, während der Prozess in anderen Regionen bereits automatisiert ist.