Nachmittag Ankunft in Manaus. Wir holen Sie vom Flughafen ab und bringen Sie ins Hotel Monaco oder Brasil. Nach dem einchecken und frisch machen unternehmen wir zusammen einen Stadtrundgang, dessen wichtigste Station die 1896 zur Zeit des Kautschukboomes im neoklassischen Stil fertiggestellte Oper, mit ihrem delikaten Springbrunnen ist. Immer einen Besuch wert ist aber auch der, Ende des 10 Jhdt., von einem deutschen Exzentriker und „Gummibaron“ namens Waldemar Scholz, erbaute Palácio Rio Negro, der heute ein Kulturzentrum beherbergt.
Von hier aus geht es zu Fuß weiter in die Hafenregion, wo wir zunächst den Mercado Municipal besichtigen. Hier findet man eine unglaubliche Vielfalt von regionalen Produkten, exotische Früchte, enorme Mengen und Vielfalt an Fisch aus den Amazonasflüssen und Kunsthandwerk aus der gesamten Region. Die Eisenstrukturen der Markthallen wurden von einem gewissen und weltberühmten Monsieur Gustave Eiffel entworfen und 1883 eingeweiht.
Gleich neben den Markthallen liegt der Schwimmende Hafen oder Porto Flutuante, in Portugiesisch. Ein farbenfroher und pulsierender Mix aus Menschen, Waren, Schiffen und Booten, die ent- oder beladen werden und von hier aus die entlegensten Regionen im tiefsten Amazonien ansteuern, aufgehalten gelegentlich nur von unüberwindbaren Stromschnellen. Die typischen 3 Stockwerke hohen Schiffe werden bezeichnenderweise „Gaiolas“ also „Käfige“ gennant. Hier, mittem im Getümmel und mit Blick auf den Rio Negro, lassen wir uns zu einem exotischen Drink nieder. Anschließend gehen wir dann in ein Fischrestaurant und genießen leckeren Amazonasfisch. Je nach dem was an diesem Abend auf dem Spielplan steht, könnte auch ein Besuch im historischen Theater arrangiert werden.
Gegen 8:00 Uhr verlassen wir das Hotel und begeben uns zum sogenannten „Encontro das Águas“ dem Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões. Bevor die Flüsse sich zum Rio Amazonas endgültig vereinigen, gehen sie eine zunächst eine Art Verlobung ein und fließen auf einer Länge von cirka 10 km als Weiß- und Schwarzwasserfluss friedlich nebeneinander her. Ein natürliches Spektakel ersten Ranges.
Nun geht es weiter zum January Eco Park, wo riesige Victoria regia Wasserlilien zu bestaunen sind. Hier nehmen wir auch unser Mittagessen ein. Danach geht es mit dem Boot auf die andere Seite des Rio Negro und von hier aus mit dem Wagen in Richtung Iranduba. In der Nähe befindet sich das Dorf der Satéré-Mawê zu welchem in 10 Minuten wir mit dem Kanu gelangen.
Bei Ankunft wird uns ein traditioneller Begrüßungstanz und Gesang von den Kindern des Stammes vorgeführt. Die Funktion des Kaziken (Häuptling) wird in diesem Dorf von einer Frau ausgeübt, die uns anschließend in die „Apotheke“ führt, die mit Naturheilkräutern aus dem Wald und Fetischen ausgestattet ist. Hier erhalten wir den Segen für unseren Aufenthalt im Dorf. Nach dem Abendessen begleiten wir die Männer des Stammes in ihren Kanus beim Speerfischen. Dabei bekommt man auch grosse Kaimane zu Gesicht. Nach Rückkehr ins Dorf übernachten wir dort in Hängematten.
Die Geschichte der Satéré-Mawê, die in der Region des Maué, am Oberlauf des Rio Solimões beheimat sind, ist eng verbunden mit der Entdeckung, Kultivierung und Verarbeitung der Paulinia cupana, der Welt als Guaraná bekannt. Es handelt sich um eine Pflanze mit stark stimulierendem Effekt, aus der Familie der Sapindaceas, mit einem Koffeingehalt von 4-8% seiner Trockenmasse. Die soziale und wirtschaftliche Struktur des Stammes ist weitgehend von der Kultivierung des Guaraná beeinflusst und daher von großer Bedeutung.
Die Satéré-Mawê feiern den Inititationsritus ihrer jungen Krieger mit einer für die westliche Kultur recht makabren Zeremonie. Unter großen Schmerzen müssen die jungen Menschen 24-Stunden die Bisse von hunderten Ameisen, Paraponera clavata, größte und giftigste aller Ameisen, über sich ergehen lassen und dürfen dabei keine Miene verziehen. Jeden November dürfen unsere Gäste diesem Ritus beiwohnen.
Es geht nun weiter nach Novo Airão, dem Tor zum Anavilhanas Archipel, das wir nach etwa 3 Stunden Bootsfahrt erreichen. Inzwischen ist es später Nachmittag und wir spannen unsere Hängematten bei einem befreundeten Cabóclo auf. Cabóclos sind die einheimischen Menschen die von dem Leben was Fluss und Wald großzügig hergeben und daher großes Interesse dran haben diesen Landschaftsraum zu erhalten. Man setzt sich ans Feuer, trinkt ein Bier und erzählt sich Geschichten bis das Abendessen fertig ist. Danach folgt die erste Hängematten-Nacht in den berühmten Anavilhanas.
Am Morgen besichtigen wir die Maniokpflanzungen, den Gummibaum Hevea brasiliensis, einen Bertholletia excelsa Paranussbaum und laben uns an exotischen Früchten die in der Nähe der Behausung wachsen. Wir lernen die einfachen aber genialen Werkzeuge der Cabóclos kennen und sehen wie sie damit ihren Lebensunterhalt aus Wald und Fluss erwirtschaften. Nun geht es weiter mit dem Boot auf dem Rio Negro bis die Mündung des Rio Jaú erreicht wird. Hier müssen wir beim IBAMA-Posten die Kontrolle von Papieren und Material über uns ergehen lassen, bevor es weiter hinein in den Nationalpark geht. An den Guariba Stromschnellen machen wir Rast zum Mittagessen. Den Nachmittag verbringen wir im Kanu das auf „leisen Sohlen“ durch die Igapós (überfluteter Wald) gleitet. Heute wollen wir auf Fotosafari gehen und zwar speziell auf Affen und Riesenotter Pteronura brasiliensis.
Die Nacht verbringen wir wieder bei Einheimischen und zwar bei einer recht großen Cabóclo-Familie die mittem im Nationalpark Ihre Hütte hat. Dies ist der Grund warum die Umweltbehörde IBAMA die Neuabdeckung des Daches mit einer aus dem Park stammenden wasserdichten und resistenten Palmenart, nicht zugelassen hat. Amazon Travel Brazil hat dafür gesorgt, dass die Palmwedel aus einer anderen Region herbeigeschafft werden konnten und die Kosten dafür übernommen, so dass die Familie – und ihre Gäste – unter einem trockenen Dach schlafen können. Heute nacht wollen wir mit dem Kanu in die Seitenflüsse um, mit Hilfe von Scheinwerfern, nachtaktive Tiere beobachten. Sicherlich werden wir mit dem Jacaré Açu, den großen Amazonas Kaiman, der bis zu 5 m Länge erreicht, ein Rendezvous haben.
Bevor wir weiter tief hinein in den Nationalpark Richtung Tabatinga fahren verbringen wir einen Vormittag im Kanu. Während wir lautlos durch einen Igarapé gleiten versuchen wir die hier heimischen Riesenotter zu sichten. Sie sind allerdings recht scheu und es ist nicht ganz einfach sie zu fotografieren. Die sich im Wasser wiederspiegelnde Bäume, darunter die gigantischen Ceiba pentandra oder Kapokbäume, aus der Familie der Bombaceaes, die bis zu 40 m hoch und 20 m im Durchmesser haben können, Lianen und Würgefeigen, seltene Orchideen und Bromelien vermitteln den Eindruck einer Märchenlandschaft. Hoch oben in den Bäumen tummeln sich verschiedene Affenarten, während sich Vogelspinnen, Taranteln und vor allem auch Riesenschlangen, eher in Boden- und Wassernähe aufhalten. Es geht nun weiter flussaufwärts nach Tabatinga. Hier angekommen errichten wir das Camp und gehen mit unseren Guides zum Fischen. Ein leckerer Pirarucú, Jaú oder Tambaqui wäre das Richtige für das Abendessen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir, ausgerüstet mit starken Lampen, nachtaktive Tiere beobachten. Zur Beachtung: Während der Trockenzeit, von Oktober bis April, müssen nacheinander 7 Stromschnellen außen umgangen werden. Hierfür werden etwa 2 Stunden Urwaldmarsch benötigt.
Der Igarapé (temporär überfluteter Wald) Tabatinga, ist eine Region innerhalb des Jaú Nationalparks die Touristen praktisch unbekannt ist und nur gelegentlich von Indianer und Forschern besucht wird. Heute wollen wir früh aufstehen um das Erwachen der Tierwelt zu erleben und dem Morgengesang der Vögel zu lauschen.
Am späten Nachmittag werden wir mit dem Kanu zu Tierbeobachten in den Tabatinga Igarapé fahren. Hier können wir, üblicherweise, das Dreizehen- und Braunkehlfaultier, Riesenkaiman, Tapir, den Großen und Kleinen Ameisenbär, mehrere Affenarten, Anakonda, Papageien, Aras und Tukane und gelegentlich auch einen Jaguar Felis onca oder Felis incolor, den Puma, beobachten. Wir warten den Einbruch der Nacht ab damit wir wieder nachtaktive Tiere beobachten können, bevor wir zum Abendessen und übernachten ins Camp zurückfahren.
Heute steht eine Tageswanderung durch den Urwald auf dem Programm, zu welcher wir frühzeitig aufbrechen. Wir packen etwas zu Essen und zu Trinken in den Rucksack und schon geht es los. Unsere kundigen Guides werden uns die Geheimnisse des tiefen Regenwaldes offenbaren, wo die natürliche Interaktion der Arten noch ungestört von menschlichen Einflüssen vor sich gehen kann. Diese unberührte Region ist geeignet für eine Demonstration von Überlebenstechniken im Urwald. Die Guides führen vor, wie man ohne Hilfsmittel, essbare Pflanzen und Tiere identifiziert, Trinkwasser findet, Schutzunterkünfte, Waffen und Fallen aus Naturmateralien die der Urwald liefert, herstellt. Normalerweise entdecken wir bei diesen Wanderungen die eine oder andere seltene Orchidee. Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück im Camp. Nun empfiehlt sich ein erfrischendes Bad im sauberen Wasser des Igarapé und eine wohlverdiente Pause, die man am besten in der Hängematte verbringt. Nach dem Abendessen setzt man sich entweder um das Feuer zum Geschichten erzählen oder man geht nochmals mit den Guides auf den Fluss zum Fischen.
Wir brechen das Camp ab und machen uns für die Rückfahrt nach Novo Airão, auf den Flüssen Carabinani, Jaú, Unini, Rio Negro, Anavilhanas fertig. Unterwegs wollen wir allerdings die mysteriösen Felsgravuren am Unini, die bis heute von der Wissenschaft nicht vollständig identifiziert wurden, besichtigen, den Höhlen von Madada und vor allem auch den im Urwald versunkenen Ruinen der einst, während des Kautschukbooms, so reichen Stadt Airão Velho, einen Besuch abstatten. In Novo Airão angekommen werden wir den Komfort eines Restaurants und eines Hotels mit einem richtigen Bett und heißer Dusche begrüßen.
Heute Vormittag wollen wir im Rio Negro mit den verspielten und zutraulichen Rosa Flussdelphinen der Gattung Inia geoffrensis schwimmen. Ein tolles Erlebnis. Danach gehen wir in die Werft, wo wir beobachten können wie die typischen Amazonasboote, ohne jeglichen Plan, nur nach Augenmaß und Erfahrung und überlieferten Kenntnissen, gebaut werden. Weiterhin stehen auf dem Programm ein Besuch bei dem Sozialwerk Fundação Almerinda Malaquia, wo junge arbeitslose Menschen zu Schreinern und Kunsthandwerkern ausgebildet werden und, sofern es die Zeit erlaubt ein Besuch einer Schlangenfarm. Danach heißt es sich fertig für die Zivilisation und Manaus zu machen. Es geht nun direkt zum Flughafen für Abflüge abends, oder zum Hotel.